Kommentar zum Brand in einer türkischen Bäckerei

Nach dem Brandanschlag auf eine türkische Bäckerei in Mönchengladbach wimmelt es in der Presse wieder nur so von abschätzigen Formulierungen, auch die Mönchengladbacher Polizei hat ihrer Ermittlungskommission einen ganz besonders taktvollen Namen gegeben. Der Name der Ermittlungskommission lautet „Börek“. Bei dieser Namensgebung muss man sich einfach an den Kopf fassen und sich fragen ob da jemand ganz schön dummes am Werk war, jemand mit dem Kopf auf die Tastatur geknallt ist und zufällig dieses Wort dabei entstanden ist oder ob die Mönchengladbacher Polizei wirklich so extrem taktlos, unsensibel und historisch ungebildet ist. Jetzt kann natürlich darüber gestritten werden ob man hier schon von etwas historischem reden kann, immerhin ist die Debatte um das Wort „Döner-Morde“ keine zwei Jahre alt, scheinbar aber alt genug um bei der Mönchengladbacher Polizei in Vergessenheit zu geraten.

Wir erinnern uns kurz zurück: Jahrelang haben Politik, Presse und Polizei eine Mordserie mit dem Begriff „Döner-Morde“ heruntergespielt nur weil die Opfer dieser Mordserie, bzw. ein Großteil der Opfer, einer bestimmten „Ethnie“ zugeordnet wurden. Als bekannt wurde das es sich bei den „Döner-Morden“ nicht um „interne Streitereien“ handelte, sondern um die unentdeckte bzw. durch Staat und Verfassungsschutz gedeckte Terrorserie einer Nazi-Terrozelle, war der Aufschrei und die Aufregung um das Wortgebilde „Döner-Morde“ plötzlich groß, dabei handelten die Nazis der Terrozelle nach genau den selben Auswahlkriterien wie die deutsche Gesellschaft zuvor. Egal ob NSU oder die Vertreter dieser Gesellschaft, beide suchten sich ihre Opfer aufgrund von rassistischen Sichtweisen aus.

Auch die Rheinische Post tut sich durch ihre Formulierungen wieder ganz besonder hervor, statt von einem Imbiss oder Schnellrestaurant zu schreiben, wird dort in den Überschriften konsequent der Begriff Döner-Bude genutzt. Hier wird alleine durch die Begrifflichkeit eine Sichtweise deutlich, welche suggerieren soll das es sich bei dem Anschlagsziel um einen eher dunklen, schmuddeligen Ort handelt als um eine Bäckerei. Ja, liebe Polizei Mönchengladbach, Liebe Rheinische Post, es handelt sich um einen Bäcker, das hätten die Spezialisten für türksiche Sprachen bei der Mönchengladbacher Polizei ganz schnell herausfinden können indem sie das Wort „Firin“ mal gegoogelt hätten, nicht das es nicht auch auf deutsch auf dem Schild stand. Das Hauptgeschäft der türkischen Bäckerei war der Handel mit Brot, Baklava und Keksen. Der Döner war nur Zusatzgeschäft, wie auch die heisse Bockwurst beim deutschen Bäcker nur Zusatzgeschäft ist, oder müssen Brötchen jetzt doch vielleicht in einer Bockwurst-Bude geholt werden?

Noch ist nichteinmal bekannt ob es sich um einen rassistisch motivierten Anschlag handelt, aber das ist fast schon unerheblich wenn man* sich dem drumherum bewusst wird.

Nieder mit dem rassistischen Konsens in diesem Land!
Nieder mit dieser Gesellschaft!
Nieder mit Deutschland!

This entry was posted in Aktuelles, Kommentar. Bookmark the permalink.

1 Response to Kommentar zum Brand in einer türkischen Bäckerei

  1. Sieh mal einer schau an … ob die WZ bei Euch auf der Seite war?
    Heute schreiben sie von Bäcker- und Dönerladen 😉
    http://www.wz-newsline.de/lokales/moenchengladbach/brandlegung-es-gibt-keine-hinweise-auf-fremdenhass-1.1361827

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.